Stellungnahme der Piratenpartei Goslar zum geplanten ECE-Projekt Shoppingcenter in Goslar

Die Planungen eines möglichen ECE Shoppingcenters sehen vor, dass in der Nähe der Kaiserpfalz in Goslar ein Einkaufszentrum mit 19.000 qm reiner Einkaufsfläche und ca. 100 Geschäften entsteht. Dabei würde auch vorhandener städtischer Parkraum durch dann privaten Parkraum ersetzt.

Die Piratenpartei Goslar spricht sich gegen die Errichtung eines ECE Shoppingcenters in Goslar aus. Bei den Plänen für die neuen Einkaufszentren stünden vor allem der betriebswirtschaftliche Nutzen  im Vordergrund. Hier geht es aber um den Erhalt einer schützenswerten Innenstadt, eines Weltkulturerbes, einer Touristenstadt . Geht die Attraktivität der Innenstadt verloren, wirkt sich das negativ  auf die ökonomische und kulturelle Perspektive der Stadt aus.

Daher fordern die Piraten Goslar ebenfalls eine umfassende Bewertung, welche die zukünftige Entwicklung innerstädtischer Strukturen und die Auswirkungen auf den gewachsenen Einzelhandel unabhängig prüfen soll, sowie eine Begutachtung der zu bebauenden Flächen durch Archäologen.

“Wir befürchten durch den Bau des ECE Shoppingcenters den Effekt, dass aus einem Stadtzentrum mit vollständigem Angebot und pulsierendem Leben ein Standort mit zunehmend Leerstand und ausbleibender Kundschaft in der historischen Altstadt wird” erklärt Mirko Pauli, 1. Vorsitzender der Piratenpartei Goslar und Kandidat im Wahlbereich III Altstadt, Steinberg und Siemensviertel. “Es kann nicht sein, dass hier über ein ECE Shoppingcenter diskutiert wird, welches die Überbauung historisch bedeutsamer Bereiche bedeuten würde. Es ist noch nicht einmal geklärt, welche archäologischen Schätze sich noch auf dem angedachten Baugrund befinden. Wo bleibt die archäologische Bestandserhebung? Das alles ist mit der Zielsetzung des Weltkulturerbes nicht vereinbar.”

Als Piraten verweisen wir einmal mehr auf die notwendige Bürgerbeteiligung hin, von Anfang an und umfassend.

Ein  Projekt dieser Größenordnung, welches das Antlitz der Goslarer Innenstadt völlig verändern würde, kann man nicht am Bürger vorbei planen und ausführen. Zumindest nicht ohne massiven Widerstand geradezu herauszufordern. Ein Stadtrat, der versucht Fakten zu schaffen, ohne die verschiedenen Interessengruppen und die Bürger in Goslar einzubinden, beschädigt damit nicht nur sich selbst, sondern auch den Standort Goslar. Größere  Projekte müssen von Anfang bis Ende transparent durchgeführt und die  Bürger – wo und wann immer möglich – informiert, gehört und beteiligt werden. Darüber können die Volksvertreter im Stadtrat nicht einfach hinwegsehen. Ein Bürgerbegehren, das zum Bürgerentscheid führt, ist zum Beispiel eine Möglichkeit.

Wir sind für ein attraktives Mittelzentrum Goslar und beteiligen uns gerne an der langfristigen Entwicklung der Innenstadt, wir setzen uns für die weitere Belebung des bestehenden Zentrums ein und eine Erhöhung der Vielfalt an Geschäften in der Fußgängerzone.


Kommentare

Ein Kommentar zu Stellungnahme der Piratenpartei Goslar zum geplanten ECE-Projekt Shoppingcenter in Goslar

  1. Immo mit Plan meinte am

    Der betriebswirtschaftliche und sozialökonomische Zusammenhang im Falle einers ECE Centers in Goslar ist doch Folgender:
    Durch das Center wird zukünftig Kaufkraft aus der Innenstadt insb. Fußgägerzonenbereich abgezogen. Im Rahmen der Vermietung der Flächen im Center werden auch die Einzelhandelsfilialisten in der Innenstadt angesprochen. Einige werden die Fußgängerzone sofort verlassen (insbesondere, da die Flächenzuschnitte vieler Objekte auf der Fischermäkerstraße nicht optimal sind). Andere werden nach Auslaufen der Mietverträge folgen. Die MIeten werden sinken und folglich auch der Wert der dortigen Immobilien. Flossen die Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, oder Geschäftsbetrieb vor der Centereröffnung vielen lokal ansässigen Eigentümern und lokalen Gewerbetreibenden zu (welche das Geld auch wieder im regionalen Umkreis in den Umlauf brachten) , so fließt das Geld im Falle eines ECE Centers zentral ab und wird von der ECE zur weiteren Gewinnmaximierung des Unternehmens national und international umverteilt.

    Geht es um eine Stärkung der Innenstadt, so wäre eine Stärkung des Mieterbesatzes auf der Hokenstraße, oder/und eine Entwicklung der Karstadtimmobilie (sollte der Standort von Karstadt aufgegegeben werden) zu einem Geschäftshaus oder MInicenter mit 20-30 Mieteinheiten wünschenswert. Entlang der Bäckerstraße hat das Objekt ja eine lange (derzeit wenig attraktive) Front. C&A würde somit ebenfalls besser angebunden und die Bäckerstraße weiter belebt.

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